Unser
Ortsteil Ruest
Das kleine Dorf Ruest, mit nur 19
Einwohnern (ohne das "Wiesenhaus*")
hatte am 29. und 30. Juni 2002 rund 1000 Gäste
zu Besuch.
Ruest feierte 650 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung.
(zu den Festfotos)
Eine besondere Attraktion in Ruest: Der Dorfteich mit seinen
Enten und Gänsen

Kleiner Geschichtsexkurs:
aus der
Schweriner
Volkszeitung, Lokalausgabe Parchim, vom 27. Juni 2002
Kirche steht
für Werterhaltung
Rechtzeitig zum 650.
Dorfgeburtstag erscheint eine ausführliche Chronik über Ruest
Ruest
• Mit einem großen Festumzug begeht das Dorf Ruest am Wochenende den 650.
Geburtstag. Das einst blühende Dorf am Rande Mestlins hat eine wechselvolle
Geschichte hinter sich, mit vielen Tiefen und Höhen.
Eine Urkunde vom 27. Februar 1352 belegt es genau: Der Vikar erhält zur Nutzung
einen „Acker hinter dem Dorf Mustelyn neben dem Weg nach Ruyst gelegen.“ Mit
Mustelyn war Mestlin gemeint und Ruyst heißt heute Ruest. Diese Ersterwähnung
ist das Geburtsdatum.
Das Dorf Ruest wurde 1448 an das Kloster Dobbertin verkauft. Damals, so
berichten es die Chronisten, wohnten hier neun Hüfner und drei Kätner. In der
Vogtei Dobbertin war Ruest um 1500 bereits das viertgrößte Dorf nach Mestlin,
Dobbertin und Dabel. Doch der Dreißigjährige Krieg mit den brandschatzenden
schwedischen und kaiserlichen Truppen sowie der Pest minimierte erheblich die
Bevölkerung. Fast 20 Jahre nach Kriegsende leben nur vier Bauern in Ruest. Bis
Mitte des 18. Jahrhunderts erholte sich diese Zahl wieder auf über 100
Einwohner. Nachdem Mestlin im 19. Jahrhundert ein reines Gutsdorf wurde, hat
sich Ruest zu einem großen Bauerndorf entwickelt. Mitte des 19. Jahrhunderts
wurden bereits knapp 450 Einwohner gezählt.
Auch die beiden Weltkriege hatten unter den Ruester Bürgern Opfer gefordert. Der
anfängliche Wiederaufbau 1945 scheiterte aber an den neuen sozialistischen
Verhältnissen. Nach und nach hatten viele Bauern resigniert und wanderten gen
Westen ab. Der letzte Bauer verzog 1953. Von nun an hatte Mestlin, es wurde das
sozialistische Musterdorf, die Nase vorn. Für Ruest hatte die Gemeinde kaum Geld
oder andere Maßnahmen zum Erhalt des Dorfes übrig. Viele Gebäude sind seither
verfallen, nicht nur an der Kirche nagte der Zahn der Zeit.

Seit der politischen Wende 1989/1990 ging es langsam wieder aufwärts. Einwohner
und Behörden versuchen das Dorf zu erhalten. Da das einstige Altersheim,die
frühere Schule, aufgelöst wurde, stand das Gebäude in Ruest leer. 1996 wurde an
gleicher Stelle das „Wiesenhaus“ – eine Einrichtung des Diakoniewerkes des
Klosters Dobbertin – eröffnet. Den Verfall und das Stoppen desselben zeigt
besonders eindrucksvoll die Kirche. Sie war bereits als einsturzgefährdet
eingestuft worden. Dass diese nicht weiter verfallen und letztlich abgerissen
werden musste, das verdankt die Kirche der Messerschmitt-Stiftung, der
evangelischen Landeskirche und dem Kultusministerium aus Bayern sowie dem Verein
„Dorfkirchen in Not“. Unter Federführung dieser Einrichtungen haben viele
freiwillige Helfer und Sponsoren 210.000 Mark aufgebracht
und eine Notsicherung des Gebäudes von 1994 bis 1996 vorgenommen. So wurde neben
der Dachsicherung das Eingangsportal restauriert und das Fachwerk des Turmes
erneuert. Da eine Ausmauerung derzeit aus finanziellen Gründen nicht möglich
ist, wurde zur Sicherung eine Verbretterung des Turmes vorgenommen. Weitere
Sanierungsarbeiten sind auch in den kommenden Jahren dringend notwendig, damit
die Kirche wieder einen Hauch ihres einstigen Glanzes erhält.
In den vergangenen Jahren entstanden auch neue Betriebe. Davon zeugen „Stenzel’s
Landfleischerei“ in Ruest Krug oder auch die „Lorenz GbR“.
Eine ausführliche Chronik zu Ruest haben Dr. Dieter Garling in bewährter
Zusammenarbeit mit den Mestliner Ortschronisten Andrea Matischewski und Günther
Peters erarbeitet. Sie wird anlässlich der Festtage noch druckfrisch in Ruest
angeboten werden. Aus dieser Chronik sowie der Internetpräsentation
www.ruest-online.de sind einige Daten
für diesen Artikel entnommen.
Michael-Günther Bölsche
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Seit dem 29.
Juni 2002 ist
die Ruester Chronik
erschienen. Das 120seitige Heft mit dem Titel
"Ruest - Chronik eines
mecklenburgischen Dorfes",
herausgegeben von der Gemeinde Mestlin und zusammengestellt von
Dieter Garling, in Zusammenarbeit mit
Andrea Matischewski und Günter Peters,
ist in der Gemeinde für 8,00 Euro
erhältlich und kann online bestellt werden.
zur
Bestellung
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Das Titelbild der Chronik |
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Tim Wandschneider (rechts) bei den
Dreharbeiten in der Ruester Kirche anlässlich des Festgottesdienstes
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650 Jahre Ruest
Ein etwa 43minütiges Video über das
Jubiläumsfest, hergestellt von den Jugendlichen der Videogruppe des
Parchimer Klubs am Südring
zur Bestellung
Preis je Video: 12,00 Euro |
siehe auch:
Fotos von der 650-Jahrfeier des
Ortsteiles Ruest
http://Ruest.Meckelborg.de
* "Wiesenhaus":
Das Wiesenhaus ist eine
Einrichtung des Diakoniewerkes des Klosters Dobbertin. Dabei handelt es
sich um ein Wohnheim für geistig behinderte Menschen. (zurück zum
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