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Unsere Schulchronik
Die Schulchronik
umfasst den Bereich der heutigen Gemeinde Mestlin, also einschließlich des Ortes
Ruest und wurde im wesentlichen zugearbeitet von Andrea Matischewski und Günther
Peters, die beide an der Gemeindechronik arbeiteten. Für diese Zuarbeit sei beiden
an dieser Stelle öffentlich Dank gesagt.

Geschichte
vor 1945
Die Schulchronik in Mestlin beginnt eigentlich -
fast nicht zu glauben - bereits im Jahre 1541. Aus dieser Zeit sind der
Chronik bereits Küster mit Namen bekannt, die die Kinder in ihrer Wohnung
unterrichteten. Das erste Schulhaus wurde 1698 gebaut und zwar in Ruest.
In Mestlin wurde, nachdem die Küsterei abgebrannt war, 1733 eine neue
Küsterei gebaut. Ende 1767 wurde die Küsterei mit einer zweiten Stube
versehen, "damit die Schule durch den Aufenthalt der eigenen Familie des
Küsters in der Lehr Stube nicht möge gestöhret werden.“
Zu dieser Zeit, also 1767, entstand wegen Baufälligkeit
in Ruest ein neues Schulhaus.
1875 wurde in Mestlin mit dem Bau einer zweiten Schule, am Ortsausgang in
Richtung Vimfow, begonnen. 1876 erfolgte der Anbau von zwei Wohnräumen
für den Lehrer. Dieser Bau ist der Beginn der "trennung" der Schulen- So gibt es
die Schule für die Schüler der Klassen 5 bis 8 in der Ortsmitte (Goldberger
Straße) und diese neue für die Klassen 1 bis 4.
Das Ruester Schulhaus, welches heute noch steht und vom Diakoniewerk Kloster
Dobbertin genutzt wird, wurde 1928 gebaut. 1957 wurde es als
Schule geschlossen.
Ende April 1945 wurde der Unterricht in Ruest und Mestlin eingestellt -
Das Ende des Krieges nahte.
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Geschichte
ab 1945
Doch bereits am 01. Oktober 1945 wurde
der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Ein Lehrer unterrichtete zunächst 40
Schüler der 4. und der 8. Klasse. "Die Schule ist, wie das ganze Dorf,
ohne elektrisches Licht. Die kalten Schulräume werden mit
Rohöllampen dürftig erleuchtet. Die Schüler sind in den
Elementarfächern zum Teil über ein Jahr zurück. Viele sind überaltert. In
Ruest-Dorf und im Saal der Gaststätte am Ruester Krug beginnt ebenfalls der
Unterricht. Zunächst werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Erdkunde,
Gesang, Turnen und Zeichnen gegeben. Auch im Fach Russisch wird der
erste Unterricht erteilt....Schlechte Bekleidung und
Heizmaterialmangel wirken sich ebenfalls sehr erschwerend aus. Viele Kinder
bleiben daher anfangs der Schule fern. Sehr stark wird die Arbeit bis 1951
dadurch behindert, dass sowohl in der Schule als auch zu Hause für die
Hausaufgaben kein elektrisches Licht vorhanden ist."
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das ehemalige
Schulgebäude
in der Goldberger Straße,
heute ein privates Wohnhaus |
Helga Kröhn, Hans Wolf, und Joachim Schmidt waren die ersten Lehrer, die im
Schuljahr 1946/1947 fünf Klassen in zwei Räumen unterrichteten. 1951
kamen Gisela Wolf, Kurt Fechner, Erhard Koß und Günther Peters hinzu. Im
Lehrergarten, zwischen Schulhaus und Friedhof entstand eine Holzbaracke, die die
Räumlichkeiten deutlich erweiterte. Da die Ruester Schule 1957
geschlossen wurde, gingen diese Kinder ebenfalls in Mestlin zum Unterricht. Sie
wurden mit einem Lkw, später mit einem Kleinbus von Heinz Pohl nach Mestlin
gefahren. 1966 kamen auch die Kadower Kinder zum Unterricht nach Mestlin.
Von diesem Zeitpunkt an gingen alle schulpflichtigen Kinder der Gemeinde Mestlin
in eine Schule. 1958 waren dies 164 Mädchen und Jungen, die von neun
Lehrkräften unterrichtet wurden.
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Geschichte
ab 1959
Mestlin wurde zum sozialistischen Musterdorf. (siehe
auch:
Geschichtliches) So wurde beschlossen, auch eine neue Schule zu
bauen. Aus dem anfänglich als Achtlassenschule konzipierten Gebäude wurde eine
zehnklassige Schule. Diese Kompromisslösung hatte noch viele nachteilige Folgen,
auf die hier aber nicht näher eingegangen werden soll. Die Schülerzahlen stiegen
rasant an, so dass auf die alte Schule mit der Baracke noch lange Zeit weiter
genutzt wurde.
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Die "Artur-Becker-Oberschule"
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Für die neue Schule begannen 1958 die Schachtarbeiten und im gleichen
Jahr war Richtfest. Obwohl die neue Schule am Marx-Engels-Platz am 01.
September 1959 die ersten Schüler empfing, wurde sie offiziell sechs Tage
später im Beisein vieler Gäste eröffnet. Rund eine Million Deutsche Mark wurden
investiert. Namhafte Künstler der damaligen Zeit waren beteiligt. Das
Sgraffito an der Außenwand rechts vom Haupteingang schuf Herr Zschunke
aus Schwerin. Es stellt in der Landwirtschaft lernende und arbeitende
Schüler dar. In den beiden Lichthöfen im Parterre sowie im ersten Stockwerk
verzieren je zwei Gipsschnitte von Vera Kopetz die Flure. Sie verbildlichen
Gesetze der Jungen Pioniere. Sehr gute Federzeichnungen von Emil Hille, Parchim,
zierten an vielen Stellen die Wände. Nicht zuletzt konnte die Schule Ölgemälde
und Aquarelle von A. Jaenisch erwerben. Dieses Gebäude war die
seinerzeit modernste Landschule des Kreises Parchim. Lediglich Fachräume fehlten
noch. Noch ein Jahr lang wurden der Physik- und Chemieunterricht im Labor des
benachbarten Kulturhauses (siehe:
Kulturhaus) durchgeführt. Im Mai 1963 kam dann die neue
Turnhalle für rund 100.000 Deutsche Mark Investitionskosten hinzu. Bis dato
war der Sportunterricht im Freien bzw. im Kulturhaus.
Unter den am 1. September 1959 angetretenen
Schülern waren alle Schüler aus Herzberg und Lenschow,
sowie die erste 9. Klasse der Mestliner Schule. Es waren
15 Schüler aus den umliegenden Dörfern, die sich vorgenommen hatten, den
Abschluss der 10. Klasse und damit die Mittlere Reife zu erreichen.
Von nun an hieß die Schule auch Polytechnische Oberschule,
geprägt auch durch den "Unterrichtstag in der Produktion". Anfangs
bestand der UTP lediglich darin, dass die Schüler in einen Betrieb gingen und
unter Anleitung von Betriebsangehörigen arbeiteten. Bald aber wurde diese Arbeit
mit theoretischen Unterweisungen kombiniert und dadurch das Niveau des Faches
wesentlich gehoben. Die LPG (Landwirtschaftliche
Produktionsgenossenschaft), die MTS (Maschinen-Traktoren Station) und anfangs
die Forstwirtschaft waren die Betriebe, in die die Mestliner Schüler gingen. Zur
Vervollkommnung der Kenntnisse wurde ein Jahr später das Fach ESP ("Einführung
in die sozialistische Produktion") eingeführt. Als 1963 die
Berufsschule Mestlin geschlossen wurde, kamen die Kollegen Heinz Wolff, Herta
und Wolfgang Striesow sowie der Sportlehrer Uwe Hofmann an die Oberschule und
übernahmen in erster Linie diese Arbeit. Die Kollegin Edith Gerloff kam bereits
1959 von der Berufsschule an die Oberschule. Kollege Heinz Wolff übernahm
als stellvertretender Direktor die Verantwortung für die polytechnische Bildung.
Die Klassen wurden im Laufe der Zeit größer, und es
mussten die ersten Parallelklassen gebildet werden. Das hatte wiederum zur
Folge, dass die Kapazität der neuen Schule nicht mehr ausreichte. Daher mussten
wieder Räume in der alten Schule genutzt werden. Sie waren eigentlich für den
Schulhort gedacht. So zogen dann die Klassen der Unterstufe dort ein. Zugleich
wurde in Herzberg der separate Unterricht für die Unterstufe eingestellt, die
Schüler in Mestlin eingeschult. Aus Platzmangel aber wurde die gesamte 3. Klasse
in Herzberg unterrichtet. Entlastet wurde die Mestliner
Schule, als 1966 die Schülerzahl in der Kladrumer Schule ausreichte, um
eine eigene 9. Klasse einzurichten. Das geschah 1968 auch in Grebbin.
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Das Lehrerfoto von
1967: |
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obere Reihe von links:
Lotte Hansen, Gerhard Rambow, Wolfgang Striesow, Günther Peters, Hans
Wendorf, Erhard Koß, Heinz Wolff, Hans-Joachim Leutloff, Uwe Hoffmann,
Renate Jahr
untere Reihe von links:
Edith Gerloff, Pionierleiterin Lemmerzahl, Herta Striesow, Helga
Leutloff, Gudrun Maertz, Hildegard Block, Valeria Reichert |
Die Schule am Ortsrand Richtung Vimfow wurde 1960
geschlossen. Der Klassenraum wurde durch entsprechenden Umbau in Wohnungen
umgewandelt. In diese zogen die Familien der
Genossenschaftsbauern Georg Rettmann und Horst Voigt ein. Nach
einem weiteren Umbau 1976 zogen die Familien Hans Leetz und Horst
Knechtel hier ein.
Durch sinkende Schülerzahlen wurde 1979 die Kladrumer und 1981 die
Grebbiner Schule geschlossen. Jetzt besuchten Schüler aus 14 Orten
und Ortsteilen
(Mestlin, Vimfow, Kadow, Ruest, Lenschow, Herzberg, Wozinkel,
Grebbin, Woeten, Kossebade, Hof Grabow, Kladrum, Zölkow, Groß Niendorf)
die Mestliner Schule. Um 1979/80 herum wurde noch ein Raum an das
alte Schulgebäude in der Goldberger Straße angebaut, um
jeder Hortgruppe einen Raum für sich allein zu ermöglichen. Nun musste die alte
Schule doch noch weiter für den Unterricht benutzt werden. Die Hortkinder
mussten also ihre Räume vormittags wieder für den Unterricht hergeben. Dafür
wurde aber die alte unansehnliche Baracke nicht mehr benutzt. Sie verfiel
langsam und wurde 1986 abgerissen. Das endgültige Schicksal der
alten Schule in der Goldberger Straße
entschied sich nach der politischen Wende
1989/1990. Der Hortbetrieb wurde anders organisiert und die Räume
im alten Gebäude nicht mehr benötigt. Im April 1995 wurde das gesamte
Gebäude mit der dazugehörigen Hoflage an Udo Erdmann verkauft. Seitdem hat es
sich durch Umbauten in seiner Ansicht etwas verändert, ist aber in seiner
Grundform noch erkennbar.
Auf dem Schulgelände an der Parchimer Straße entlang
wurde ein Erweiterungsbau errichtet und 1982 in Betrieb genommen.
Er enthielt vier geräumige Klassen für den größten Teil der Unterstufe, ein
Lehrerzimmer und die notwendigen Toiletten. Zugleich enthielt das Gebäude eine
Schulküche und einen Speisesaal, so dass die LPG-Küche endgültig entlastet
werden konnte. Immerhin hatte sie bis dahin über mehr als 25 Jahre hinweg
die Schüler und Lehrer mit schmackhaftem Mittagessen
versorgt.
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Das Lehrerkollektiv im
Juli 1983 |
Die Schule erhielt am 30. Mai
1975 den Namen „Artur-Becker". Zur
Vorbereitung darauf befassten sich Schüler und Lehrer eingehend mit dem Leben
dieses führenden Funktionärs des Kommunistischen
Jugendverbandes Deutschlands, der 1931/32 sogar dessen Vorsitzender war. Er ließ
1938 als politischer Kommissar der Internationalen Brigaden im spanischen
Bürgerkrieg sein Leben.
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Die
Geschichte ab 1989/1990
Die politischen Veränderungen 1989/1990
und der Anschluss der bisherigen DDR an die damalige BRD hatte auch seine
Auswirkungen im Bereich der Mestliner Schule. Mit all den Neuerungen, die
die Schulpolitik mit sich brachte, kam endlich auch der Einbau einer neuen
Ölheizungsanlage. Wer die Schule Mestlin seit 1945 kennt, erinnert sich nur mit
Unbehagen an die kalten Wintertage, an denen die Ofenheizung die Räume nur
ungenügend erwärmte. Mit wenig Holz, Torf und vor allem Rohbraunkohle ging das
nicht besser. Die besseren Braunkohlenbriketts gab es nur in kleinen Mengen.
Auch wenn die neue Schule am jetzigen Standort 1959 mit
einer Zentralheizung ausgestattet wurde, hatte der Heizer oft die gleichen
Probleme. Das lag teilweise an der ungenügenden Qualität der Heizungsanlage, zum
großen Teil aber auch am mangelhaften Heizmaterial. Seit Oktober 1991
gibt es in dieser Hinsicht keine Sorgen mehr.
Im April 1991 kam das Schulreformgesetz für Mecklenburg-Vorpommern
heraus. Es brachte das dreigliedrige Schulsystem mit der Grundschule, der Haupt-
und Realschule und dem Gymnasium.
Für Mestlin bedeutete das die Trennung der 10-Klassen-Schule in
eine Grundschule mit den Klassen 1 - 4, eine Hauptschule,
die bis zur 8. Klasse und eine Realschule, die von der 5. bis zur 10. Klasse
führte.
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Das Mestliner
Schulgebäude
am Marx-Engels-Platz im Jahre 2000 |
Da es nicht möglich war, mit den wenigen Hauptschülern separat zu
arbeiten, führte das zur Einrichtung einer „Verbundenen Haupt- und Realschule“
unter Leitung von Renate Wenig, während die Grundschule Gudrun
Höfs übernahm. Den hohem Lehrerüberhang begegnete man mit Entlassungen,
Versetzungen und vorzeitigen Ruhestand. Das Lehrerehepaar Helga und
Hans-Joachim Leutloff verließen bereits mit 55 Jahren den
Schuldienst. Auch Gudrun Maertz und Elke Schlottmann gingen, bevor sie die
Altersgrenze erreichten. Durch Versetzung mussten bis 1993 Bärbel Garske,
Edeltraud Künnecke und Ilona Thulke sowie Rolf Biermann die Mestliner Schule
verlassen. In den folgenden Jahren wirkte sich noch ein weiterer Faktor auf die
Schulen und die Zahl der Lehrer aus: Die starke Abnahme der Schülerzahl. Das
führte 2001 dazu, dass die Verbundene Haupt- und
Realschule in Mestlin geschlossen wurde.
Die Schüler besuchen seitdem die Schule in Dobbertin.
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Geschichte der Grundschule ab 2001
Im Gebäude am Marx-Engels-Platz verblieb nun nur
noch die Grundschule mit der Leiterin Gudrun Höfs. Das Hauptgebäude reichte
völlig aus und wurde in einigen Teilen mit großer Unterstützung des Personals,
der Eltern und des Fördervereins umgebaut. Im Erweiterungsbau war nur noch die
Schulküche mit dem Essenraum untergebracht. Aus den einstigen Klassenräumen
wurde am 01. Mai 2003 das neue Sportlerheim (siehe: Sportlerheim).
An vier Klassenräume im Hauptgebäude schließt sich
ein Freizeitraum an, in dem die Kinder die Zeit bis zur Busabfahrt bei
Hausaufgaben, im Spiel oder auf andere Weise sinnvoll verbringen können. Der
frühere Fachraum für Chemie wurde Werkraum, da der bisherige zu dunkel und zu
feucht war. Im ehemaligen Fachraum für Physik wurde eine Küche eingerichtet, in
der die Kinder hauswirtschaftliche Erfahrungen sammeln können. Sie tun es mit
großem Interesse und haben viel Freude dabei.
An der Schule arbeiten die Lehrer Dietmar Arendt
(stellvertretender Schulleiter) Roswita Hartig,
Ute Neumann, Giselheid Schmidt sowie Edith Krakow.
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Geschichte der Grundschule ab 2005
Ab dem Schuljahr 2005/2006 ist die Grundschule
Mestlin eine Volle Halbtagsschule. Mehr darüber im folgenden Artikel, der der
Schweriner Volkszeitung,
Lokalausgabe Parchim vom 08. August 2005 entnommen wurde.
Neuer Schulanfang
auch für Lehrer
Mestliner Grundschule ist nun Volle Halbtagsschule / 14 Abc-Schützen
eingeschult
Mestlin • 14 Abc-Schützen wurden
am Sonnabend in Mestlin feierlich eingeschult. Für sie und die Lehrer
beginnt damit ein neuer Abschnitt, denn auch das pädagogische Personal, muss
sich umstellen: Die bisherige Grundschule wird nun eine Volle
Halbtagsschule.
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Einschulungsfeier in
der sanierten Turnhalle,
die erstmals als Aula fungiert. |
„Volle Halbtagsschulen sind Grundschulen mit festen
Öffnungszeiten, die zusätzlich zum Unterricht insbesondere freies Arbeiten,
Wochenplanarbeit, Spiel- und Freizeitgestaltung, Arbeitsgemeinschaften und
Hausaufgabenhilfe in den Halbtagsablauf integrieren“, lautet die Definition.
Diese Umstellung erfordert vom Lehrerpersonal auch einige Veränderungen.
„Wir verlassen vertraute und bislang auch bewährte Arbeitsformen. Aber wir
erhalten durch die Umstellung zusätzliche Möglichkeiten für die Bildung und
Erziehung unserer Schüler“, sagt die Schulleiterin Gudrun Höfs.
Zum einen werden neue Lernformen ihren Platz finden, bei denen einerseits
mehr praktische Eigeninitiative und andererseits auch mehr
Selbstverantwortung an Bedeutung gewinnen. „Es gewinnt auch die
Teamfähigkeit der Schüler“, ist sich die Schulleiterin sicher.
Vor allem aber sind es die zusätzlichen jahrgangsübergreifenden
Freizeitangebote bis zur Abfahrt der Schülerbusse, die künftig die
Kreativität der Schüler auf sportlichen und künstlerischen Gebieten
entwickeln sollen. So kann man frühzeitig etwaige Neigungen und Fähigkeiten
erkennen und entwickeln. „Wir bieten beispielsweise verschiedene
Arbeitsgemeinschaften wie Fußball, Kochen, Plattdeutsch, Junge Gärtner,
Flötenunterricht und dergleichen an“, sagt die Schulleiterin und ist vor
allem auch ihren Partnern dankbar, die sie zur Mitarbeit gewinnen konnte.
Die Dabeler Tanzschule „Buratino“, der Landesjagdverband und die Musikschule
Fröhlich gehören unter anderem dazu. Auch die eigenen Kollegen sind
integriert. Die Lehrerin Gieselheid Schmidt wird dafür sorgen, dass die
plattdeutsche Sprache nicht in Vergessenheit gerät und sich die Jüngsten
vielleicht auch mal mit ihren Großeltern up platt verständigen können.
Roswita Hartig bietet an, sich bereits ab der 1. Klasse mit der englischen
Sprache vertraut zu machen. Schließlich ist diese Sprache bei der heutigen
Globalisierung fast unverzichtbar und schafft so bereits Vorkenntnisse, die
später beim obligatorischen Englischunterricht von Vorteil sein können.
Für viel Spaß will Edith Krakow bei den Mädchen und Jungen mit verschiedenen
sportlichen Spielen sorgen, während Dietmar Arendt den Fußball rollen lässt.
Da Dietmar Arendt im Ehrenamt in der Feuerwehr aktiv und auch
Kreiswehrführer ist, will er die Grundbegriffe im Verkehrs- und Brandschutz
vermitteln.
Selbstverständlich sind alle diese Angebote freiwillig und werden durchaus
nicht „schulmeisterlich“ behandelt. „Der Spaß und die Freude sollen im
Mittelpunkt stehen und gleichzeitig fördern wir das soziale Zusammenleben
auch über die Klassengruppen hinaus“, so die Meinung der Lehrer.
Nicht nur auf die 14 Abc-Schützen, die am Sonnabend feierlich eingeschult
wurden, kommen somit Veränderungen zu. Lehrer und Schüler erhoffen sich
gleichermaßen eine gute Verknüpfung zwischen Unterricht, Förderungen und
freizeitgestaltenden Angeboten.
Michael-Günther Bölsche
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Wollen
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