Besondere und kuriose Storchgeschichten
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28. Februar 2008:
Neues Nest für Adebar
Mestlin/Langenhagen
Das Storchennest in der Mestliner MTS-Straße ist vor einigen Wochen
zusammengebrochen. Bürgermeister Uwe Schultze reagierte sofort, als er von
dem Schaden hörte.
Die Firma Renal e.V. aus Banzkow hat ein Rad einer alten Beregnungsanlage
mit einem Durchmesser von 1.30 Metern entsprechend umgebaut und zur
Verfügung gestellt. In der Naturkontaktstation Langenhagen des
Fördervereins Langenhägener Seewiesen e.V. ist Anneliese Schliewa nun
dabei, das Nest mit Weidenstöcken zu komplettieren. „Wichtig ist, dass der
Boden dicht ist, der Storch darf nicht hindurch sehen“, meinte sie. So
flechtet sie die Weiden ganz dicht ineinander. Mit einer Grasnarbe wird der
Boden zum Schluss noch bedeckt. Dazu kommen ein paar Kalkspritzer, diese
sollen den gefiederten Großvögeln signalisieren, dass das Nest bereits ein
benutztes sei.
Das abgestürzte Nest ist eines von zwei, die als Ersatz aufgestellt wurden.
An der Stelle stand zuvor die alte Gutsscheune mit zwei Nestern auf den
beiden Giebeln. Während das vordere Ersatznest schnell von Meister Adebar
wieder angenommen wurde, ist das zweite nahe des Düngeschuppens nie richtig
fertig gebaut und daher auch nicht von Meister Storch angenommen worden. Im
Zuge des Neubaus des abgestürzten Nestes soll nun auch das andere fertig
gestellt werden. Die Nestgrundlage aus Metall bereitet die örtliche LPG vor
und die Naturkontaktstation Langenhagen sorgt wieder für das Einflechten der
Weidenstöcke.
Die Gemeinde Mestlin trägt den Zusatznamen Storchendorf. Immerhin 12
Storchennester – auch Horst genannt – werden im Territorium gezählt, von
denen bis zu acht auch von Meister Adebar jährlich bewohnt werden.
Michael-Günther Bölsche
entnommen der
Schweriner Volkszeitung, Lokalausgabe
Parchim vom 28.02.2008
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08.
März 2008:
Adebar hat eine neue
Wohnung
Defektes Nest im
Storchendorf Mestlin gegen eine Metallkonstruktion getauscht
Ein neues Nest für Meister Adebar wurde gestern von den
Gemeindearbeitern mit starker Unterstützung des Stromversorgers Wemag in
Mestlin aufgestellt. Das vorherige war rund 30 Jahre alt und zerbrochen
MESTLIN - Das
Storchennest auf dem Hof der Familien Elly Bremer und Andy Satzer in der
Goldberger Straße in Mestlin wurde gestern erneuert. Rund 30 Jahre hat die
einstige Holzkonstruktion - einst von den Landwirten und der Freiwilligen
Feuerwehr aufgebaut - gehalten und diente unzähligen Störchen als
Nestgrundlage. Doch nun ist das Holz, welches mit einer alten Radfelge
gekoppelt war, verfault und die Last des Nestes war zu groß. So stürzte es
vor einigen Wochen zusammen (SVZ berichtete).
Nest schwebte mit der mobilen
Hebebühne ein
Als Bürgermeister Uwe Schultze davon hörte, setzte er sich
umgehend mit den Experten der Naturkontaktstation des Fördervereins
Langenhägener Seewiesen zusammen. Auch von der Unteren Naturschutzbehörde
in der Kreisverwaltung kam Unterstützung. Die Behörde vermittelte eine
stabile Metallkonstruktion von dem Verein Renal e. V. aus Banzkow. Die
Wemag, bekannt für ihre Unterstützung beim Erhalt und Wiederaufbau von
Storchennestern, ließ sich auch nicht lange bitten. Nachdem in der
Naturkontaktstation Langenhagen die Metallkonstruktion noch mit
Weidenzweigen "verkleidet" wurde, kam gestern der große Tag des Aufbaus.
Die beiden Gemeindearbeiter Rainer Nörenberg und Walter Groß hatten die
neue Nestgrundlage vorbereitet und Jan Graffenberger stand mit der mobilen
Hebebühne der Wemag bereit. Zuvor entfernte Rainer Nörenberg die Reste des
alten Nestes und dann wurde die neue Konstruktion nach oben gehievt. Doch
nun mussten plötzlich andere Bolzen gefertigt werden. "Die vorgesehenen
waren zu kurz. Wir hatten das Maß eines anderen Mastes genommen, doch der
war nicht so dick", erklärt Walter Groß. Der Energieexperte Jan
Graffenberger gibt sofort die Begründung: "Das hier ist ein etwa zehn bis
elf Mter langer Mast für eine 1-kv Leitung und daher stärker als der
andere, von dem Maß genommen wurde."
Nachdem alles fest verankert war, wurde die Nestfläche noch mit einer
Grasnarbe abgedeckt, damit der Boden dicht ist. Nun sind die Einwohner -
viele haben das Geschehen gestern vor Ort verfolgt - gespannt, ob Familie
Adebar das Nest annimmt und wieder brütet.
An gleicher Stelle stand bis etwa um 1980 herum die einstige Heuscheune.
Auf alten Fotos von 1918 ist zu sehen, dass bereits damals der Storch hier
brütete. Heute werden im Storchendorf 12 Nester gezählt, von denen der
größte Teil alljährlich auch belegt wird. Im vergangenen Jahr wurden zehn
Altstörche gezählt und neun aufgezogene Jungvögel.
Anfang 2000 bis 2004 kamen jedes Jahr im Schnitt 16 Alttiere, die 16 Junge
aufzogen.
Michael-Günther Bölsche

Das alte Nest war völlig verrotet und abgestürzt, die
Reste werden hier entfernt

Jan Graffenberger (li.) von der WEMAG und Rainer Nörenberg
haben das Nest entfernt ...



... und gemeinsam haben sie das neue Nest auf den alten
Mast gesetzt
(siehe auch: 28.02.2008)
entnommen der
Schweriner Volkszeitung, Lokalausgabe
Parchim vom 08.03.2008
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24. Juni 2008
Jungstorch aus dem Nest gestoßen

Auf dem Gelände
der Auffangstation für verletzte und verwaiste Wildtiere in Kläden
bei Dobbertin leben Tiere, die von Naturfreunden oder tierliebenden
Mitmenschen abgegeben wurden. Auch ein kleiner Storch, der von seinen
Eltern aus dem Nest an der Mestliner Bäckerei Melchert gestoßen wurde, hat
sich scheinbar eingelebt. „Das Ausstoßen von Jungtieren mangels
Futterangebot ist zwar aus menschlicher Sicht grausam, aber die Natur
kennt kein Mitleid“, sagt Heinz Kriesel,
der Geschäftsführer des Vereins.
Knapp 20 Nestauswürfe sind ihm in den vergangenen Tagen bereits
bekannt geworden, nur zwei Tiere waren überlebensfähig. Das ist der
Mestliner Storch und ein weiterer, der aus einem Nest in Zepelin bei
Bützow stammt. Beide schmiegen sich im Nest aneinander und suchen
scheinbar gegenseitig die Nestwärme. Die beiden von ihren Eltern
ausgestoßenen Tiere sind jetzt Stiefgeschwister und tun fast so, als wären
sie schon immer zusammen gewesen.
Für das notwendige Ersatznest hat Heinz Kriesel Reisigzweige auf einem
Autoreifen platziert und so ein naturgetreues Nest gebaut. Die beiden
jungen Adebare haben es angenommen und sehen gut und kräftig aus. Und vor
allem Hunger haben sie, viel Hunger. „Wir bekommen dankenswerter Weise
Fisch vom Sternberger Fischer Andreas Frischke“, sagt Kriesel und mit der
langen Grillzange reicht er dem Jungstorch eine Plötze. Mit der Pinzette
wird das Wasser gereicht und satt legen sich die beiden Adebars wieder auf
ihren Nestboden.
Informationen über den Verein Förderverein für
die Naturkundliche Station und Tierauffangstation Kläden bei Dobbertin,
SOS-Station für verletzte und verwaiste Wildtiere,
Telefon 0160 / 620 97 46 oder 038 736 / 42 903 sowie im Internet
unter
www.tiere-dobbertin.de
(Bei dieser Information handelt es sich um
einen Ausschnitt eines Artikels von M.-G. Bölsche aus der
SVZ,
Lokalausgaben Lübz und Parchim vom 28./29. Juni 2008)
PS.:
Am 18. August 2008 erhielten wir die Nachricht, dass der Storch mit
seinen Artgenossen den Flug gen Süden angetreten hat. Somit hat der
Jungstorch den "Rausschmiss" dank der SOS-Station für verletzte und
verwaiste Wildtiere in Kläden überlebt!
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